Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 734 f.

Yams, Igname. Verschiedene Arten der Gattung Dioscorea werden seit langen Zeiten in Ostindien und der Südsee und in geringerem Umfange auch in Amerika ihrer stärkemehlreichen Knollen wegen als Nahrungsmittel kultiviert und sind heute in allen Tropen verbreitet. Die Dioscoreen sind kletternde oder windende, ein- oder mehrjährige Pflanzen mit wechsel- oder gegenständigen, pfeilförmigen, gelappten oder dreiteiligen, drei- bis siebennervigen Blättern. Die D. haben entweder die männlichen und weiblichen Blüten in getrennten Blütenständen oder auf verschiedenen Pflanzen. Die Frucht ist eine dreiteilige Kapsel mit flachen, geflügelten Samen. Die Pflanzen bilden mächtige Knollen, die bei vielen Arten ein giftiges Alkaloid enthalten. - Die wichtigste Kulturpflanze für die Subtropen ist D. batatas (= D. japonica). Sie wird in großer Ausdehnung in China und Japan kultiviert und heißt auch chinesische Kartoffel, Brotwurzel oder Sainin. Sie gedeiht noch recht gut im Mittelmeergebiet. Die Knollen haben eine keulenförmige Gestalt. - D. alata mit geflügeltem, vierkantigem, sehr hoch kletterndem Stengel und unregelmäßigen, bis 40 kg schweren Knollen. Sie ist die Yams der Tropen und wird vor allem in der Südsee, dann aber auch in den tropischen Gebieten der Alten und Neuen Welt überall kultiviert. D. bulbifera (= D. sativa) ist ebenfalls eine Form der Tropen, die außer den unterirdischen Knollen auch in den Blattachseln kleine, rundliche bis faustgroße Knollen entwickelt, die ebenfalls gegessen und vielfach zur Fortpflanzung benutzt werden. Auch bei den anderen Sorten werden gelegentlich derartig oberirdische Knollen gebildet. Die Knollen dieser drei wichtigsten Kulturpflanzen unter den Dioseorea -Arten enthalten sämtlich mehr oder weniger den oben erwähnten bitteren, giftigen Bestandteil, Derselbe ist aber durch kräftiges Auswässern und Kochen entfernbar. - Unter den in Ostafrika verbreiteten Dioscorea-Arten finden sich neben der bereits erwähnten D. bulbifera, die dort Mamaia oder Tubu heißt und hauptsächlich am Kilimandscharo gebaut wird, und D. alata, die in Usambara (Kilungu mazi) und in Sansibar kultiviert wird, eine ganze Anzahl für einheimisch gehaltene Arten, die zum Teil ebenfalls ge nutzt werden. Die botanischen Benennungen sind aber noch so unsicher, die Benennung bei den Eingeborenen vielfach mit den Namen anderer knollentragender Pflanzen identisch, daß hierfür auf die Spezialliteratur verwiesen werden muß. Die Yams werden in der Regel ähnlich wie die Kartoffeln aus augentragenden Stücken der unterirdischen Knollen oder aus den oberirdischen Knollen, die sich aber nur halb so schnell entwickeln, gezogen. Die Kultur entspricht im allgemeinen derjenigen der anderen Knollengewächse Taro, Batate und Kartoffel, nur daß man hier für das Ranken und Klettern der Pflanze durch Aufstellung von Stöcken Sorge tragen muß. Man pflanzt in Reihen von etwa 1 m Abstand und in diesen mit 0,5 - 2 m Zwischenraum. Der Boden muß locker, tiefgründig, durchlässig und nährstoffreich sein.

Literatur: In den allgemeinen Handbüchern, über tropische Agrikultur und die Nutzpflanzen der einzelnen Kolonien: A. Zimmermann, Über Yams (Viazi vikuu). - Flugblatt Nr. 2, Beilage z. Pflanzer V. 1909, p. 1 - 4.

Voigt.