Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 737

Zahlwörter drücken die Zahlenvorstellung aus, wie sie im Art. Zahlensysteme (s.d.) besprochen ist. Die Buschleute, deren dürftiger Besitz nicht viel Gelegenheit zum Zählen gibt, haben nur Zahlwörter für 1, 2, 3. Dann setzen sie zusammen. Das Zahlwort 5 stammt wohl oft von dem Begriff "Hand" her wie im Pedi, wo es heißt: "Vollende die Hand !" 6 ist dann "Springe über !" nämlich zur andern Hand. Im Herero fügt man dann noch die Zahl der Finger hinzu, die man beim Überspringen verwendet, z.B. "Springe über mit dreien!" ist 8. Im Pedi beugt man bei 8 zwei Finger, die nicht mitgerechnet werden, und so heißt acht dann "Beuge zwei Finger!" Natürlich ist es nicht möglich, die Bedeutung aller Z. heute noch zu ermitteln. Das Nähere ergeben die Grammatiken der Eingeborenensprachen. Im Verkehr mit Fremden sind die umständlichen Zahlwörter sehr unbequem, und so beginnt man dann, sie durch kürzere Fremdworte zu ersetzen, wie z.B. im Suaheli für 6, 7, die Zehner- zahlen 100, 1000 die arabischen Worte im Gebrauch sind.

Meinhof.