Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 737

Zahnbarsche, Pristipomatidae, an der Westküste von Afrika vorkommende, sehr geschätzte Speisefische, welche an einzelnen Punkten besonders zahlreich gefangen werden. Letzteres gilt für das Kamerunästuarium von der Art Pristipoma Jubelini C. V. (s. Tafel 79/80 Abb. 1), welche sehr weit in das Süßwasser vordringt, obgleich sie eigentlich wie die anderen Pristipoma- Arten als Seefische anzusehen ist. Pristipoma Jubelini, in Kamerun als "Barsch" bezeichnet und von den Duala "ngowe" genannt, ist bei einer Größe von 40 cm ausgewachsen, ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Senegal bis zum Kongo. Die Farbe ist silberglänzend, am Rücken bläulichgrau, mit Reihen von mehr oder weniger deutlichen schwarzen Punkten längs der schrägen Schuppenreihen; auf dem Kiemendeckel findet sich ein großer, undeutlicher, schwarzer Fleck. - Zur gleichen Familie gehört die Gattung Diagramma, welche ebenfalls hauptsächlich in den tropischen Meeren vorkommt, aber auch im Mittelmeer nicht fehlt. An den westafrikanischen Küsten ist sie mit 4 Arten vertreten. Diagramma citrinellum Gthr., D. angustifrons Trosch., D. aeneum Ptrs. und D. macrolepis Blgr. Auch diese sind alle Meeresfische, einige von ihnen und namentlich die zuletzt genannte Art dringen aber weit ins Süßwasser hinein vor, z.B. bis zu. den Katarakten des Kongo. D. macrolepis ist im Kamerunästuarium nicht selten und gehört zu den geschätzten Speisefischen; man hat sie als "Schleie" bezeichnet, in der Dualasprache heißt sie "eponga". Sie wird bis 40 und 50 cm lang und 5 bis 6 kg schwer; meist wird sie an der Angel mit lebenden oder toten Garneelen gefangen. Die Körperfarbe ist ein ziemlich dunkles Braun, welches an den Flossen vielfach in dunklere Töne übergeht.

Lübbert.