Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 739

Zecken oder Ixodiden nennt man Milben (s.d.), die sich durch ihren mit vielen Widerhäkchen versehenen Rüssel vor allen andern auszeichnen. Sie haben die allgemeine Aufmerksamkeit dadurch auf sich gelenkt, daß sie nicht nur als Blutsauger bei Wirbeltieren und beim Menschen auftreten, sondern zugleich mikroskopisch kleine Krankheitserreger (Spirochaeten [s.d.] und Piroplasmen [s.d.] übertragen. In unsern Kolonien kommen al) Krankheitsüberträger besonders Ornithodorus moubata (Abb. 1),

Boophilus (Rhipicephalus) annulatus (bovis), (Abb. 2)

und Boophilus decoloratus in Betracht. Die Ornithodorus-Art überträgt in unsern afrikanischen Kolonien das Rückfallfieber (s.d.), während die beiden Boophilus- Arten als die Hauptüberträger des sog. Texasfiebers der Rinder (s.d. u. Küstenfieber) gelten können. Die Boophilus- Arten kommen überall in unsern Kolonien vor, wo man Rinder zieht.

Literatur: W. Dönitz, Die wirtschaftlich wichtigen Zecken, mit besonderer Berücksichtigung Afrikas. Lpz. 1907.

Dahl.