Deutsches Kolonial- Lexikon(1920), Band III, S. 741

Zeitungs-(Zeitschriften-)Verkehr. Der Z.verkehr durch Vermittlung der Post zwischen Deutschland und seinen Schutzgebieten ist ein sehr starker. Das nimmt nicht wunder; denn das Bedürfnis, sich über politische und Tagesvorkommnisse in der Heimat auf dem Laufenden zu erhalten, ist draußen vielleicht noch größer als zuhause. In Würdigung dieses Bedürfnisses gehört der Z.Verkehr neben dem Briefverkehr fast stets zu den zeitlich am ehesten zugelassenen Geschäftsbefugnissen der Postanstalten in den Schutzgebieten. Paketverkehr, Postanweisungsverkehr usw. wurden meist erst nachher eingeführt. Anfänglich war der Bezug von Z. nach den Kolonien im Wege der Post erheblich teurer als der Bezug innerhalb Deutschlands; es wurden besondere Transitgebühren erhoben. Im Anschluß an die Einführung der Inlandbrieftaxen zwischen Deutschland und seinen Schutzgebieten am 1. Mai 1899 hat die Postverwaltung zur Erleichterung des Z.verkehrs mit dem Mutterlande vom 1. Jan. 1901 ab die Transitgebühren beseitigt, so daß seitdem der Bezug von Z. in den Schutzgebieten nicht teurer ist als zuhause. Weiteres über den Zeitungsbezug ergibt sich aus den Post- und Telegraphen-Nachrichten für den Verkehr mit den deutschen Schutz- gebieten.

Puche.