Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 747

Zibetkatze, Viverra, ein zu den Schleichkatzen gehöriges Raubtier von der Größe eines Schäferhundes, aber nicht so hoch, mit einer aufrichtbaren Rückenmähne und einem dicht behaarten an der Wurzelhälfte breiten, am Ende zugespitzten Schwanze, der etwas kürzer ab der Rumpf ist. Die Färbung besteht aus dunklen, oft zu Querbinden vereinigten Flecken auf dem Rücken, den Körperseiten, den Oberschenkeln und der Schwanzwurzel, an den Halsseiten tritt jederseits eine helle, dunkel gesäumte Längsbinde hervor. In manchen Urwaldgegenden sind ganz schwarze Zibetkatzen nicht selten. Die Verbreitung dieser Gattung in Afrika reicht vom Südrande der Sahara bis zur Kalahari; in Südwestafrika ist sie nur im Ovambolande und im Caprivizipfel vorhanden. Man hat bisher nur einige wenige Rassen unterschieden; es unterliegt aber keinem Zweifel, daß sie, wie jede andere afrikanische Säugetiergattung in einer größeren Zahl geographischer Formen auftritt, die sich auch in der Färbung und Gestalt deutlich unterscheiden. Früher wurde eine Drüsenabsonderung, welche in der vor dem After befindlichen Tasche sich bildet, der Zibet, als Arzneimittel verwendet, jetzt nur noch zur Herstellung von Wohlgerüchen. Die Felle werden von den Eingeborenen in manchen Gegenden als Schmuck getragen.

Matschie.