Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 747

Ziegel. Die Anwendung der Z. beim Bau von Gebäuden in den Schutzgebieten erfordert, da ihre Verfrachtung über See zu kostspielig ist die Anlage von Ziegeleien im Lande und die Herstellung von Z. in Ziegelöfen. Z. aus Lehm oder sog. Luft- oder Lehmziegel werden in den Schutzgebieten in roher und ursprünglicher Weise vielfach hergestellt; ihre Haltbarkeit, besonders den tropischen Regengüssen gegenüber, ist gering. Z.öfen aber, in denen die Z. richtig durchgebrannt werden, sind noch wenig in den Schutzgebieten angelegt. In Deutsch-Ostafrika ist an der Küste das Bedürfnis nicht dringend, weil in dem Korallenstein ein guter Baustoff zur Verfügung steht. Im Innern sind besonders in Ruanda für europäische Hausbauten gebrannte Ziegel verwendet worden. Im Bezirk von Windhuk und Lüderitzbucht in Deutsch-Südwestafrika sowie in Togo werden neuerdings Z. aus Zementstein (Sand und Zement) sowie gebrannte Z. viel verwendet; in der Umgebung von Grootfontein wird noch viel mit Luft-Z. aus Kalkmergel gearbeitet. In Ebolowa (Kamerun) wurde unter Leitung eines weißen Z. - meisters eine große Ziegelei errichtet, in der es gelang, aus dem dort in zahlreichen Arten und Farben vorhandenen Ton Z. und Dachsteine herzustellen.

Baltzer.