Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 748 f.

Ziemann, Hans, Prof. Dr. med., Generaloberarzt a. D., geb. am 5. Juli 1865 zu Berlin. Studien auf der Kaiser-Wilhelm-Akademie zu Berlin. Machte als Marine - Sanitätsoffizier dienstliche und Studienreisen ins Ausland. 1899 als Medizinalreferent von Kamerun in den Kolonialdienst übernommen und Leiter der Hospitäler zu Duala. 1904 Expedition in die Hochländer am Manenguba zum Studium der Bevölkerungs- und Viehfrage. 1908 Übernahme in die Schutztruppe unter gleichzeitiger Ernennung zum Oberstabsarzt der Schutztruppe. 1909 Expedition in die Hochländer zwischen Manenguba und Bamum zur Erforschung der Besiedlungsfähigkeit durch die weiße Rasse. 1912 Abschied. Jetzt Arzt für innere und Tropenkrankheiten in Charlottenburg. Ehrenmitglied der Englischen Gesellschaft für Tropenmedizin und Hygiene. Membre associé de la société de Pathologie exotique (Paris), Membre associé de l'Institut Colonial International (Brüssel). Zahlreiche Arbeiten betr. Tropenhygiene und Pathologie der Menschen und Tiere in den Tropen. Wichtigere sind: Monographie über Malaria und andere Blutparasiten, nebst Anhang über eine universelle Färbemethode der Mikroorganiämen, Jena 1908, G. Fischer; Zur Bevölkerungs- und Viehfrage in Kamerun, Mitt. von Forschungsreisenden aus deutschen Schutzgebieten 1904 u. KolBl. Nr. 14; Beitrag zur Trypanosomenfrage, Zentralbl. f. Bakteriolog. 1905; Über Malaria und Schwarzwasserfieber in Menses Handb. d. Tropenkrankheiten, Lpz. 1906/07, Ambros. Barth; Wie erobert man Afrika für die weiße und farbige Rasse, Vortr. auf d. Internat. Hygiene - Kongr. Berlin 1907, Lpz., Ambros. Barth; Zur Hygiene des Wohnens und Schlafens in den Tropen, mit besonderer Berücksichtigung der Wohnungskühlung, Vortr. auf d. Tagung d. trop. med. Gesellsch. Dresden 1910.