Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 749

Zikaden oder Homopteren nennt man Schnabelkerfe, welche sich meist durch dachförmig dem Körper aufliegende Vorderflügel mit reichem Geäder, durch kurze Fühler und durch einen kurzen, hinten am Kopfe eingelenkten Rüssel auszeichnen. Viele Arten sind durch dornartige Fortsätze oder eigenartige Anhänge, manche auch durch Wachsausscheidung oder durch Erweiterung des Kopfes ausgezeichnet. Die größten Arten gehören der Familie der Sing-Z. (s. Tafel 67/68 Abb. 16) an. Die männliche Sing-Z. bringt schrille Töne hervor, indem eine Trommelhaut am ersten Hinterleibsgliede durch einen kräftigen Muskel ein gezogen wird, wie bei dem früher einmal so verbreiteten und lästigen Kinderspielzeug Kri - kri. Der Tonapparat ist meist durch eigenartige Hauterweiterungen geschützt. Als Resonanzboden dient namentlich der mit Luft gefüllte Vorderteil des Hinterleibes. Die schnarrenden Laute worden meist von vielen Individuen gleichzeitig oder abwechselnd ausgestoßen. Die Larven der Sing-Z. (s. Tafel 67/68 Abb. 17) sind mit Grabbeinen ausgestattet und treten als Schädlinge an den Wurzeln der Holzgewächse, z.B. an der Baumwolle auf. Von einigen der kleineren Südseeinseln vielleicht abgesehen kommen Z. überall in unsern Kolonien vor.

Dahl.