Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 775

Zweiflügler oder Diptera nennt man Insekten mit saugenden Mundwerkzeugen, fünf Tarsengliedern und zwei (selten fehlenden) Flügeln. (Tafel 67/68 Abb. 19 stellt eine Bremse dar.) Die Verwandlung ist eine vollkommene, und die Larve ist stets fußlos. Man unterscheidet Zweiflügler mit langen, vielgliedrigen Fühlern und meist schlankerem Körperbau und Zweiflügler mit kurzen, meist dreigliedrigen Fühlern und plumperem Körper. Die ersteren werden gewöhnlich Mücken, die letzteren Fliegen genannt. Zu den Mücken gehören die Stechmücken oder Moskitos (Culicidae), deren Weibchen durch ihren Stich lästig werden und von denen einige Arten (Anopheles) sich als die Überträger der Malaria erwiesen haben. Von Fliegen Fallen in unsern Kolonien besonders- die Bremsen (s.d.), die Lausfliegen (s.d.), die Schwebfliegen (Syrphidae) und die echten Fliegen (Mescidae) auf. Echte Fliegen, mit den europäischen Stubenfliegen und Fleischfliegen nahe verwandt (zum Teil auch identisch) gibt es überall, wo Menschen existieren können, also auch in unsern sämtlichen Kolonien. Zu ihnen gehören auch die durch vorstehenden langen Rüssel ausgezeichneten Tsetsefliegen, die in unsern afrikanischen Kolonien vorkommen und als Krankheitsüberträger bekanntgeworden sind. Schwebfliegen, oft durch gebänderten Hinterleib ausgezeichnet, kommen ebenfalls fast überall vor. Doch mögen sie auf einigen kleinen Inseln unserer Südseekolonien fehlen, da sie noch nicht von allen Inseln heimgebracht sind. - Die Larven der Stechmücken leben im Wasser und hängen mit ihrem Atmungsrohr an dessen Oberfläche. Die Larven der Bremsen leben in der Erde, die der Schwebfliegen auf Blättern von Blattläusen, und die als Maden bekannten Larven der echten Fliegen finden sich der Mehrzahl nach in tierischen Stoffen.

Dahl.