Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 776

Zwiebeln sind bis jetzt in den Tropen mit Erfolg nicht gebaut worden. Trotzdem raten Sachverständige immer wieder zu einer Wiederaufnahme der Versuche in etwas gegen die Sonne geschützten, nicht zu feuchten Lagen. In den Subtropen dagegen ist die Z. sehr gut zu kultivieren und würde überall da, wo ihr Anbau einschlägt, bei geeigneten Absatzgebieten eine hohe Rente erzielen. Am geeignetsten für die Kultur ist ein schwerer, lehmiger, schwarzer Boden, Er bringt ein sehr festes Fleisch hervor, das die Z. besonders geeignet für den Transport macht. Die Z. kann in jahrelanger Folge gebaut werden und, bedarf kaum der Düngung. Man sagt, daß die Z. überall dort noch mit Erfolg gebaut werden kann, wo Kartoffeln gedeihen. Für die Tropen werden nur schnell wachsende Sorten empfohlen, die aber meist dünnschalig bleiben und sich nicht gut für den Transport eignen. Jedenfalls muß für die Tropen der Versuch die Anbaumöglichkeit erst erweisen, für die Sub- tropen dagegen gehört der Zwiebelbau bei geeignetem Gelände und guten Absatzmöglichkeiten mit zu den einträglichsten Unternehmungen.

Literatur: Vilmorin-Andrieux et Cie., Plantes Potagères. II Aufl., Paris 1891. - W. Kolbe Gemüsebau in den Tropen und Subtropen, Berl., Süsserot, 1911.

Voigt.