| Zwischenkulturen (Doppelkulturen) werden in der heimischen
Landwirtschaft
vornehmlich für Zwecke der Futtergewinnung (s. Futterbau) und Gründüngung (s.d.) angewendet, wobei als
"Zwischenfrüchte" fast allein Leguminosen in Betracht kommen, als
"Hauptfrüchte"
("Überfrüchte") Getreide ("Stoppelfruchtbau" ,"Einbau" vgl. Krafft-
Fruhwirth).
Eine andere Art der Z. ist der "Zwischenreihenbau", bisweilen bei Hopfen, Mais und Kartoffeln
betrieben. Z. sind bei den Eingeborenen der Schutzgebiete sehr verbreitet
und um so mehr vervollkommnet, je höher die Intensität der Bodennutzung
entwickelt ist. (Letzteres z.B. in Nord-Togo sowie bei afrikanischen
Gebirgsvölkern.)
Sie bringen zwar immer eine Steigerung des Arbeitsaufwandes mit sich,
gestatten
aber eine um so bessere Ausnutzung der Bodenfläche. Voraussetzungen für
zweckmäßigen Zwischentruchtbau sind, daß Wasser- und Nährstoffgehalt des
Bodens für Haupt- und Zwischenfrucht ausreichen, und weder Bodenbearbeitung
noch Ernte gestört werden. Die Einsaat der Zwischenfrucht erfolgt entweder
vor der der Hauptfrucht oder gleichzeitig mit dieser, oder nach deren
Ernte
(z.B. Kiautschou). Das Verhältnis der Zwischenfrucht zur Hauptfrucht
wechselt
sowohl in bezug auf die wirtschaftliche Bedeutung beider, wie auch auf
deren
quantitative, Verteilung über die Bodenfläche. In dieser Beziehung und
betreffs
der Wahl der Früchte finden sich zahllose Übergangsstufen und Variationen:
einerseits ausgesprochenes Zurücktreten der Zwischenfrucht (z.B. bei
geringfügiger
Einsaat von Gurken, Kürbissen usw. in Mais- oder Sorghumfelder)
bis zur mehr oder weniger vollkommenen Gleichberechtigung beider Gewächse
andererseits. Im letzteren Falle handelt es sich um Mischkulturen im
engeren
Sinne. Hierbei wird entweder Gemengs aat (z.B. Mais und Sorghum in einigen
Landschaften Deutsch-Ostafrikas) oder Reihenbau (z.B. Baumwolle und Yams
in Togo) angewendet. Auch mehrgliedrige
Mischkulturen
sind in Gebrauch. - In Deutsch-Ostafrika sind Mischkulturen auch
im Plantagenbau der Europäer häufig, so z.B. Baumwolle als Zwischenfrucht
in der Sisalkultur oder in jungen Kautschukpflanzungen. Eine besondere
Form
der Zwischenkultur stellt der Anbau von Grünfutter- oder Weidepflanzen in
Kokosplantagen (s. Kokospalmen) dar, der sich in der Südsee
und in Deutsch-Ostafrika im Interesse der Viehhaltung immer mehr einführt.
Die damit verbundene Bodenbear beitung und, bei Verwendung von
Leguminosen,
auch die Stickstoffanreicherung im Boden kommen der Überfrucht (Kokospalme)
zugute. S.a. Landwirtschaft.
Literatur: Krafft-Fruhwirth, Ackerbaulehre, 8. 241. Berl. 1910. -
Für
Kiautschou:
Tropenpflanzer 1910, und Wegener in H. Meyer, Das Deutsche Kolonialreich,
Bd. IL Leipz.
1910.
Im übrigen s. Ackerbau.
Busse.
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